| Veranstaltungsdatum: | Sonntag, 08.11.2026| 09:00 Uhr |
| Veranstaltungsort: | Benediktbeuern, Basilika |
An dem Sonntag, der dem 6. November am nächsten liegt, fahren um 9.00 Uhr etwa 55 meist vierspännige Pferdegespanne, umrahmt von zahlreichen Reitern, durch das Klosterdorf zur Basilika. Neben den Frauen in traditionellen Trachten nehmen mehrere Motivwagen sowie Schützenkompanien und Musikkapellen teil.
Zielpunkt der Leonhardifahrt ist die auf der Nordseite der Kirche stehende barocke Leonhardi-Säule. Die Bronzestatue von 1991 ist ein Nachguss der 1990 bei einem Sturm herabgestürzten und zerborstenen älteren Figur. Auch in der Basilika befindet sich eine Kapelle zu Ehren des Heiligen.
Anschließend wird um 10.00 Uhr in der Basilika ein
feierlicher Wallfahrtsgottesdienst zelebriert. Die Rückfahrt der festlich
geschmückten Wagen erfolgt über den Ortsteil Pechlern zum Dorfplatz. Neben den
Frauen in traditionellen Trachten nehmen mehrere Motivwagen sowie
Schützenkompanien und Musikkapellen teil.
Den Abschluss bildet das Goaßlschnalzen, also das althergebrachte
Peitschenknallen der Fuhrleute.
Feierlicher Ausklang des Festtages ist der Leonharditanz im Gasthof zur Post.
Der Hl. Leonhard stammte der Überlieferung nach aus einem fränkischen Adelsgeschlecht und lebte am Hofe Klodwigs I. Durch den hl. Remigius wurde er mit dem christlichen Glauben bekannt und ließ sich taufen. Nach seiner Priesterweihe besuchte er mit Erlaubnis des Königs die Gefangenen des Landes, predigte ihnen das Evangelium Jesu Christi und erwirkte vielen die Befreiung aus der Gefangenschaft.
Um dem höfischen Leben zu entfliehen, schloss sich Leonhard zuerst der
Mönchsgemeinschaft von Micy an, verließ diese aber wieder, um in der Einsamkeit
des Waldes ungestörter Gott im Gebet und in der Entsagung zu dienen. Seine
Heiligkeit und Wunderkraft veranlassten viele Menschen, seine Hilfe für Haus
und Stall zu erbitten. Da sich zahlreiche Schüler um St. Leonhard sammelten,
gründete er ein Kloster, das heute unter dem Namen 'St. Leonhard de Noblac'
(bei Limoges) bekannt ist.